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Wenn aus einem Traum ein Projekt wird |
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| Foto: MCK |
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Die Werkstatt
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ich mich nach der Geburt meiner Tochter Lea die ersten Male wieder an
den Webstuhl setzte und das Klopfen des Webkamms die stillen Momente
des Tages ausfüllte, während sie neben mir im Kinderstuhl schlief,
plagte mich manchmal das schlechte Gewissen und die Sorge, ich
würde sie in ihrem Schlaf stören. Irgendwann beschloss ich
dann mir vorzustellen, wie dieses Klopfen ihre Träume
begleitet und meine guten Wünsche zu ihr trägt.
Jetzt, wo es an mir ist zu träumen, bringen fleissige Hände
das Klopfen vervielfacht zu mir zurück.
Die Tür steht offen. Das
durch die Fenster einfallende Tageslicht reicht aus, um die Farben und Strukturen der Wolle zu begutachten, die
Wände sind gross genug, sodass sich die Wollregale nicht mit dem Zeichenmaterial
um den notwendigen Platz streiten müssen, und selbst der Entwurf muss nicht mehr auf dem Boden ein- und ausgerollt,
stückchenweise ausgearbeitet werden. Auch er passt an die Wand, einen Überblick
über das bietend, was nach vielen intensiven Arbeitsstunden als
ausgewogene Gesamtkomposition im fertigen Teppich zu beurteilen
sein wird.
Und das Klopfen? Das kommt natürlich von den Webstühlen, denn
mein 'Telemaco' steht nicht mehr alleine da; neben ihm steht einer der
noch grösser ist, und älter, und schwerer, sein Waren- und
Kettbaum sind aus massivem Holz; und vielleicht gibt es noch einen
neuen, der dem Telemaco in liebevolller Handarbeit nachgebaut wurde;
und grosse und kleine Webrahmen sind auch da, an denen ausprobiert und
gelent wird. Und auf einem Tisch steht mindestens ein Schulwebrahmen,
wenn auch leider nicht der, an dem ich meine ersten Versuche gemacht
habe, der ist bei den vielen Umzügen wohl verloren gegangen....
Fleissige Hände helfen mir bei der Arbeit an den grossen
Projekten, schaffen das erste eigene Werk, oder experimentieren
mit neuen Techniken und Materialien, tauschen Ideen und
Erfahrungen untereinander aus und enthüllen dem Besucher bei
dem Versuch, ihre Begeisterung mit ihm zu teilen, das ein oder andere
kleine Geheimnis.....
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Die Kurse
Und
wer nach dem Blick über die Schulter anderer gerne selbst mal die
Fäden in die Hand nehmen möchte, ist herzlich willkommen.
Geplant sind Kurse für grosse und kleine Leute; für jene, die
noch nie eine Spule in der Hand gehabt haben und für die, die
einfach mal eine andere Technik ausprobieren wollen; für alle, die
das Jahr über ein wenig Gesellschaft suchen und ihrer
Kreativität die Möglichkeit geben wollen, sich zu
materialisieren, und für jene, die den Sommer hier verbringen und
nicht nur lange schlafen, sondern in der konzentrierten Arbeit ihr
inneres Gleichgewicht neu justieren wollen.
Für die einen gibt es Gruppenkurse, in denen ein Projekt
ausgearbeitet wird und alle Schritte des Fertigungsprozesses eingehend
behandelt werden; für die anderen Intensivkurse, um die Arbeit so
weit voran zu bringen, dass sie sich nach der Rückkehr in den
Alltagstrott gegen all die kleinen Pflichten durchsetzen
kann..... und dann sind da noch die Schnupperkurse für textiles
Spiel und Spass.....
Dabei wird nicht nur gewebt. In Verbindung mit der
wechselnden Ausstellungen ist geplant, mit den jeweiligen
Künstler/innen und alle interessierten Besuchern Workshops zu
organisieren, um andere Techniken kennen zu lernen und den
direkten Austausch zwischen Künstler und Besucher zu
fördern.
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Die Ausstellung
Sich auf einmal auf der anderen Seite zu sehen, ist eine
prickelnde Herausforderung. Bisher kam ich mit meinen Rollen wie
ein fliegender Händler aus einem orientalischen Märchen, habe
meine Teppiche ausgerollt und an jeden Raum und Kontext angepasst. Das
ist ihre grosse Tugend. Jetzt wird es ihre Aufgabe sein, erst einmal
den leeren Raum zu füllen, sozusagen als Grundstock
für das, was mit der Zeit zu einem kleinen Museum heranwachsen
soll.
Dann wird es an mir sein, jedem Künstler und seinen
Bedürfnissen gerecht zu werden, für jedes Kunstwerk den
Rahmen zu finden, der es am besten zur Geltung und dem Betrachter
nahe bringt. Es ist ein ehrgeiziges Projekt und ich hoffe sehr, wenn
die Werkstatt und die Kurse erst einmal in Gang kommen, Kollegen und
Kolleginnen zu finden, die mein Interesse teilen und bereit sind, ihre
Arbeiten in diesen wohl eher bescheidenen aber mit sehr viel Illusion
und nach besten Kräften eingerichteten Räumen auszustellen...
und ein offenes interessiertes Publikum, dem das was wir ihm bieten
können Anregung zum Nachdenken und Selbermachen ist.
Bei so vielen Blicken in die Zukunft wollen wir die Vergangenheit auf
keinen Fall aus dem Auge lassen. Also werden wir im Rahmen unserer
Möglichkeiten zu einem kleinen Streifzug durch die Geschichte der
Textilkunst in Europa und Spanien einladen, und versuchen zu zeigen, was Kolleginnen und Kollegen in vergangenen Jahrhunderten zwischen den Fäden der Kette gezaubert haben.
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Objekt:
Lea Sánchez Milde |
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Tja,
vor ein paar Monaten schien es so, als hätte das Projekt eine
Bleibe gefunden, so gross, dass mir fast ein wenig bange war, aber
architektonisch überaus interessant und in einem unvergleichlichen
Umfeld: Santa María de Mave, nicht weit von Aguilar de
Campóo entfernt. Leider ist daraus nichts geworden.
Jetzt sind wir auf der Suche nach einer Alternative. Sobald wir
etwas gefunden haben, werde ich Bescheid sagen. Wenn dann aus dem Projekt Wirklichkeit wird..... |
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